Spedition Glossar.
Die wichtigsten Begriffe rund um Spedition und Frachttransport — kurz und verständlich erklärt. Von ADSp über Incoterms bis zur Wechselbrücke.
Begriffe verständlich.
Alphabetisch sortiert. Klicken Sie auf einen Begriff zum Springen.
ADR
Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route
Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Regelt Verpackung, Kennzeichnung und Fahrer-Schulung für Gefahrgut.
ADSp
Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen
Standard-Vertragsbedingungen für Speditionsleistungen in Deutschland. Regeln Haftung, Pflichten und Verjährung. Wir arbeiten nach ADSp.
Avisierung
Vorab-Ankündigung der Anlieferung beim Empfänger
Häufig per Telefon oder E-Mail vor Anlieferung — typisch bei Privatempfängern oder Standorten mit beschränkten Anliefer-Zeiten.
Bordero
Begleitliste mit allen Sendungen einer Tour
Dokumentiert pro LKW-Fahrt: welche Sendungen geladen sind, wohin sie gehen, welcher Kunde sie bestellt hat. Inventarbasis für Disposition.
Cabotage
Inlandstransporte durch ausländische Spediteure
EU-rechtlich begrenzt auf 3 Fahrten innerhalb von 7 Tagen nach internationaler Anlieferung. Schützt nationale Speditionsmärkte.
CMR
Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route
Internationales Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. Regelt Haftung bei Auslandsfahrten.
Direktfahrt
Spediteur fährt ohne Umschlag direkt vom Versender zum Empfänger
Im Gegensatz zur Sammelladung kein Hub-Stopp. Schneller, schonender, aber teurer pro Tour. Standard bei Komplettladung und Express.
Disponent
Mitarbeiter der Spedition, der Aufträge plant und Fahrzeuge zuweist
Bei Transporte Zerr sprechen Sie direkt mit dem Disponenten — ohne Callcenter, ohne Weiterleitung.
Disposition
Planung von Transporten — welches Fahrzeug fährt welche Tour
Inkludiert Routenoptimierung, Fahrer-Zuweisung, Termin-Koordination und Auslastungsplanung.
Europalette
Standard-Holzpalette mit den Maßen 1.200 × 800 × 144 mm
Tragkraft 1.500 kg statisch / 1.000 kg dynamisch. Internationale Norm EN 13698-1. Basis für Sendungsberechnung.
Express
Zeitkritische Direktfahrt mit kurzfristiger Disposition
Fahrzeug wird exklusiv für Ihre Sendung disponiert. Vorrang vor regulären Aufträgen. Aufpreis 30–100 % gegenüber Standard.
Frachtbrief
Dokument, das den Transportauftrag begleitet
Enthält Versender, Empfänger, Sendungsdetails, Übergabe-Bestätigung. International CMR-Frachtbrief.
Frachtführer
Unternehmen, das den eigentlichen Transport ausführt
Im Unterschied zum Spediteur (organisiert, vermittelt, koordiniert) ist der Frachtführer derjenige, der den LKW fährt. Spedition und Frachtführer können identisch oder verschieden sein.
FTL
Full Truck Load — Komplettladung
Ein LKW transportiert exklusiv eine Sendung. Direktfahrt ohne Umschlag. Typisch ab 20 Paletten oder bei zeitkritischen/sensiblen Sendungen.
Gefahrgut
Stoffe und Gegenstände, die beim Transport Risiken bergen
Reguliert über ADR. Erfordert spezielle Kennzeichnung, Verpackung, Schulung des Fahrers (ADR-Schein) und teilweise spezielles Equipment.
Haftung
Rechtliche Verantwortung für Schäden während des Transports
Bei Inland-Transporten nach HGB §§ 425 ff. begrenzt auf 8,33 SZR/kg (≈ 9–10 €/kg). International nach CMR auf 8,33 SZR/kg ebenfalls.
Hebebühne
Hydraulische Plattform am LKW-Heck zum Be- und Entladen
Ermöglicht Anlieferung an Standorten ohne Rampe. Standard beim 7,5- und 12-Tonner.
Hub
Umschlagsstelle einer Spedition, wo Sendungen sortiert werden
Bei Sammelladung kommt die Sendung über einen oder mehrere Hubs zum Empfänger. Bei Direktfahrt entfällt der Hub.
Incoterms
Internationale Handelsklauseln für den Welthandel
Standardisierte Vertragsklauseln (z. B. EXW, FCA, DAP, DDP) regeln Lieferung, Risiko-Übergang und Kostenverteilung zwischen Versender und Empfänger.
JIT
Just-in-Time — termingenaue Anlieferung an die Produktion
Die Ware kommt genau dann, wenn sie verbaut wird, ohne Pufferlager beim Empfänger. Häufig in Automobilindustrie und Maschinenbau.
KEP-Dienste
Kurier-, Express- und Paketdienste
DHL, GLS, DPD, UPS, FedEx — typisch für kleine Sendungen bis 31,5 kg. Spedition setzt da an, wo KEP nicht mehr passt (Paletten, größere Sendungen).
Koffer
LKW-Aufbau mit festen Wänden und Hecktüren
Voller Witterungs-, Staub- und Diebstahlschutz. Geeignet für sensible oder hochwertige Ware. Hecklastig zu beladen.
Komplettladung
Siehe FTL
Ein LKW exklusiv für eine Sendung. Standard für Großsendungen ab 20 Paletten.
Konsolidierung
Mehrere kleine Sendungen werden zu einer Tour zusammengefasst
Pro-Paletten-Preis sinkt. Standard im Stückgutverkehr. Auch Sammelladung genannt.
Kühltransport
Transport bei kontrollierter Temperatur
Frisch-Lebensmittel, Pharma, Chemie. Kühlfahrzeuge mit isoliertem Aufbau und Kühlanlage. Nicht in unserem Standard-Portfolio.
Ladungssicherung
Befestigung der Sendung im LKW gegen Verrutschen während der Fahrt
Per Spanngurt, Antirutschmatten oder Holz-Verstaupungen. VDI 2700 ist die deutsche Norm.
LTL
Less Than Truckload — Teilladung
2–3 mittelgroße Sendungen teilen sich einen LKW. Schneller als Stückgut, günstiger als FTL. Typisch 9–20 Paletten pro Sendung.
Maut
Streckenabhängige Gebühr für die Nutzung von Bundesfernstraßen
In Deutschland für LKW über 7,5 t auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen. Wird im Frachtangebot meist transparent ausgewiesen.
Nutzlast
Maximale zulässige Beladung eines Fahrzeugs in kg
Differenz zwischen zulässigem Gesamtgewicht und Eigengewicht. Beispiel: 40-Tonner = 25.000 kg Nutzlast.
Plane
LKW-Aufbau mit Stoffplane statt fester Wand
Seitliche Be- und Entladung per Stapler möglich. Flexibel an Rampe wie auf offener Fläche. Witterungsschutz, aber nicht 100 % staubdicht.
POD
Proof of Delivery — Empfangsbestätigung
Unterschriebenes Dokument vom Empfänger, das die Anlieferung bestätigt. Wichtig für Reklamationen und Verjährungsbeginn.
Rampe
Erhöhte Verladefläche auf Höhe der LKW-Ladefläche
Ermöglicht ebenerdiges Be- und Entladen mit Stapler. Standard in Industrie- und Lagerbetrieben. Ohne Rampe braucht der LKW eine Hebebühne.
Sammelladung
Synonym für Konsolidierung — mehrere Sendungen auf einer Tour
Standard im Stückgutverkehr. Pro-Paletten-Preis günstiger, dafür Hub-Stopps + längere Laufzeiten.
Sattelzug
40-Tonner-LKW mit Zugmaschine und Sattelauflieger
Standard für Komplettladung. Bis 33 Europaletten einreihig, 13,60 m lang.
Sendungsverfolgung
Tracking — Echtzeit-Status einer Sendung
Über Spediteur-Portale oder API. Bei Direktfahrten meist über Telefonkontakt mit dem Disponenten genauer als digital.
Stückgut
Einzelne Sendungen, die nicht den ganzen LKW füllen
Typisch 1–8 Paletten. Werden als Sammelladung gemeinsam transportiert.
Tachograph
Fahrtenschreiber, der Lenk- und Ruhezeiten aufzeichnet
Pflicht für LKW über 3,5 t. Heute digital. Reguliert durch EU-Verordnung 165/2014. Basis für Sozialvorschriften und Lohnabrechnung.
Teilladung
Siehe LTL
9–20 Paletten — geteilte LKW-Auslastung mit 2–3 Sendungen.
Transportauftrag
Vertragliche Vereinbarung zwischen Versender und Spediteur
Definiert Strecke, Termin, Sendungsdetails, Preis und Haftungsumfang. Grundlage für Frachtbrief.
Umschlag
Be- und Entladung an einem Hub während des Transports
Erhöht Bruchrisiko und Laufzeit. Bei Direktfahrt entfällt der Umschlag komplett.
Verkehrshaftungsversicherung
Pflichtversicherung des Spediteurs für Transportschäden
Deckt Schäden an der Ware nach gesetzlicher und ADSp-Haftung. Wichtig: nicht gleich Vollkasko, sondern haftungsbasiert.
Verlader
Synonym für Versender — derjenige, der die Sendung beauftragt
Im Frachtbrief als Absender eingetragen. Trägt typischerweise das Risiko bis zur Übergabe an den Spediteur (je nach Incoterm).
Verzollung
Zollabwicklung bei Transporten in oder aus Nicht-EU-Ländern
Schweiz, Norwegen, Großbritannien benötigen Zollanmeldung, Ausfuhrbegleitdokument (ABD) und teilweise Zollbürgschaften. Über Zoll-Partner abgewickelt.
Wechselbrücke
Standardisierter Container, der auf LKW oder Bahn wechseln kann
Standardmaße 7,15 oder 7,82 m. Häufig im kombinierten Verkehr (Straße/Schiene).
Zoll
Grenzabwicklung bei Transporten in Nicht-EU-Länder
Schweiz, Norwegen, Großbritannien benötigen Zollpapiere. EU-intern keine Zollformalitäten.